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Rioja VS Ribera del Duero

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 TAGS:undefinedEine Frage ist in Bezug auf dieses altbekannte Thema stets aktuell. Wo liegt der Unterschied zwischen den Riojaweinen und den Weinen aus der Region la Ribera del Duero? Die danach gestellte Frage ist erfahrungsgemäß die nach dem Preis. In Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest und mögliche zu den Festtagen passende Weine widmen wir uns in der zweiten Ausgabe des Uvinums Click & Drink Magazins deshalb diesem Thema.

Die beiden in Spanien geläufigen Herkunftsbezeichnungen und die am häufigsten verkauften sind zweifelsohne Rioja und Ribera del Duero. Die beiden Regionen sind weltweit für ihre Rotweine bekannt. Jede hat ihre eigenen Befürworter. Doch wo liegen die Unterschieden zwischen den beiden Rotweinsorten? Für ein besseres Verständnis bedarf es der Erläuterung einiger “langweiliger" Unterschiede zwischen ihnen … bevor es zu den wirklich interessanten Fakten kommt!

Die Schöpfung
La Rioja ist seit 1925 durch die Herkunftsbezeichnung (D.O.) gekennzeichnet und trägt seit 1991 den Titel Denominación de Origen Calificada (D.O.C.) für eine „klassifizierte“ Herkunftsbezeichnung. Diese steht für eine sehr hohe Qualität. La Ribera del Duero ist ein viel jüngerer, erst seit 1982 bekannter D.O. Wein.

Die geographische Lage
Der Herstellungsbereich des D.O.C. Rioja befindet sich in Nordspanien an den beiden Margen des Flusses Ebro. Die Anbaugebiete befinden sich hauptsächlich in den autonomen Regionen von La Rioja und dem Baskenland. Außerdem ist er in die folgenden drei geographischen Unterbereiche aufgeteilt: Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Baja. Sie bestehen aus 63.593 Hektar Weinbergen und produzieren zwischen 280 und 300 Millionen Liter (90% Rotwein, 5% Weißwein, 5% Rose).

Der Produktionsbereich der D.O. Ribera del Duero Weine erstreckt sich über den Südosten von Castilla y León. Die Hauptweinanbaugebiete befinden sich in den Provinzen Burgos, Segovia, Valladolid und Soria. Hier werden auf 22.320 Hektar Weinbergen 130 Millionen Liter Wein produziert (98% Rotwein, 2% Weißwein).

In Bezug auf die geographische Situation ist nicht nur die Abgrenzung der Gebiete wichtig. Denn sowohl die Bodenbeschaffenheit als auch das vorherrschende Klima beeinflussen die Qualität.

In der Zone D.O.C. Rioja herrscht in allen drei Herstellungsgebieten ein kontinentales, gemäßigtes Klima. Das Klima in La Rioja Baja ist fast mediterran. Die milden Temperaturen erlauben eine langsame und sorgfältige Reifung der Trauben. Über die gesamte Denomination erstrecken sich Böden mit unterschiedlicher Beschaffenheit. Hierbei dominieren jedoch kalkhaltige, eisenhaltige und alluviale Töne.

In der Zone des D.O. Ribera del Duero herrscht ein extrem kontinentales Klima mit extrem wenigen Niederschlägen. Die Winter sind von Kälte sowie von eisigen Winden geprägt und in den heißen Sommern herrscht eine Dürre mit niedrigen nächtlichen Temperaturen. Daraus ergibt sich eine sehr schnelle und konzentrierte Reifung der Trauben. Die Böden in der D.O. sind in ihrer Beschaffenheit sehr unterschiedlich, allerdings hauptsächlich kalksteinhaltig.

Die Rebsorten
Die am häufigsten in den beiden D.O. Zonen angebaute Rebsorte trägt den Namen Tempranillo. Das ist jedoch die einzige Gemeinsamkeit. In La Rioja sind die roten (am häufigsten angebauten) Rebsorten der Tempranillo erlaubt. Diese tragen die Namen Garnacha Tinta, Mazuelo und Graciano sowie die drei weißen Sorten Viura, Malvasía und Garnacha Blanca.

In La Ribera del Duero wachsen die roten Trauben namens Tempranillo, auch bekannt als Tinto Fino oder Tinta del País, Cabernet, Sauvignon, Merlot und Malbec sowie in kleinen Mengen die Garnacha und die weißen Reben der Albillo.
Obwohl die Rebsorte Tempranillo in beiden D.O. Zonen am häufigsten angebaut und verarbeitet wird, weisen die fertigen Weine sehr große Unterschiede auf. Diese beziehen sich auf:
Aromen, die Intensität im Gaumen, Alkohol und Grade, Farbe, Geschmack
Die Rotweine von La Rioja lassen sich als weich und wenig adstringierend beschreiben. Sie hinterlassen weder ein trockenes noch ein raues Gefühl im Mund.
Die Weine aus La Ribera del Duero sind aufgrund des extremen Klimas und der schnellen Reifung der Reben konzentrierter und intensiver in Farbe und Geschmack. Sie hinterlassen im Gaumen eine größere Adstringenz, Trockenheit und Rauheit. Deshalb genießen sie den Ruf eines kräftigeren Weines.
Dadurch haben die Weine von La Ribera del Duero einen höheren Alkoholgehalt als die von La Rioja. Bei gut gemachten Weinen schmeckt man den Alkohol in keinem der Weine aus den beiden D.O. Zonen.
Das Aroma der La Rioja Weine erinnert an rote Früchte. Im Gaumen bleibt dank der Säure ein frisches Gefühl. Das Aroma der Weine aus La Ribera del Duero erinnert an reifes Obst, scheint im Gaumen süßer und wirkt im Abgang milchig und erinnert an Erdbeerjoghurt.

Beide D.O. klassifizieren die Weine nach ihrer Reife oder der Reifung

  • Jóven (Jung) / Roble (Eiche) (Sie werden nicht in einem Holzfass oder mit einer Fassreifung von weniger als 12 Monaten gelagert.)
  • Crianza (die Mindestreifezeit beträgt zwei Jahre, eins davon im Fass)
  • Reserva (mindestens drei Jahre Reifezeit, eins im Fass und ein weiteres in der Flasche)
  • Gran reserva (mindestens fünf Jahre Reifezeit, zwei Jahre im Fass und drei Jahre in der Flasche).

Die untenstehende Grafik zeigt uns das Potenzial von Weinen nach der Reifezeit. In beiden D.O. genießt man die jüngeren Weine nach einem kürzeren Zeitraum, die älteren Weine hingegen werden erst nach einer längeren Reifezeit getrunken.

(Quelle Marqués de Riscal)

Nun geht es mit dem interessanteren Teil weiter …

Der Preisunterschied
Warum sind die Rioja Weine generell günstiger als die aus La Ribera del Duero? Einen großen Teil der Antwort finden wir bereits weiter oben. Das Erzeugungsgebiet und die Anzahl der produzierten Liter des La Rioja überragen La Ribera. Hier stehen 63.593 gegen 22.320 Hektar. Auch das Klima trägt zum Preis bei. Die Weinproduktion gestaltet sich in La Rioja mit seinen extremeren Temperaturen „einfacher“ als in La Ribera. Die Weinkellereien von La Ribera sehen sich häufig mit dem Problem des Frosts konfrontiert. Dadurch wird weniger produziert und weniger Weine bedingen einen höheren Preis!

Zusammenfassend handelt es sich um unterschiedliche Zonen mit einer unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit, einem voneinander divergierenden Klima sowie einer Mischung aus unterschiedlichen Rebsorten. Warum streitet sich alle Welt also ständig darüber, welcher Wein besser ist? Jedem das seine, oder nicht?
Einige Ungereimtheiten gibt es jedoch. Inzwischen wollen einige Weinkellereien von La Rioja Alavesa sich “unabhängig” machen und ihren eigenen D.O. (D.O. Weinberge von Álava) erschaffen. Die kleinen Winzer (insgesamt 42) aus Álava verteidigen ihre Einzigartigkeit und den unverwechselbaren Charakter ihrer Weine. In Hinblick auf das System der Klassifizierung der italienischen und französischen Nachbarn macht das wirklich Sinn. Die berühmte Bodega ARTADI verließ die D.O. Rioja 2015. Der Winzer sagt: “Weinregionen mit einem hohen Prestige wie Burdeos (mit 52 Unterbezeichnungen), Borgoña (96) bieten den Konsumenten Weine, welche die bestimmten Zonen widerspiegeln. Es ist von grundlegender Bedeutung, dem Verbraucher die Möglichkeit zu bieten, die Vielfalt unseres Bodens zu entdecken, die den Wert, den unterschiedlichen Charakter sowie die Authentizität des Weins hervorbringt”.

Und ihnen obliegt jedes Recht auf den Wunsch nach Anerkennung und Förderung ihrer Weine. Es bedarf jedoch einer kleinen Anmerkung. Man sollte nicht vergessen, dass die Weine aus La Rioja weltbekannt sind. Das liegt einerseits an der Arbeit der Weingüter, vor allem jedoch an der Unterstützung durch die Werbung und das Marketing von Seiten der D.O. Das sollte nicht außer Acht gelassen werden. Trotz dessen steht ihnen die Unabhängigkeit genau wie Kindern, die eines Tages ihren eigenen Weg gehen müssen, zu.

Im Fall von La Ribera del Duero verhält es sich mit dieser sehr berühmten D.O. etwas anders. Hier geht es um die von der D.O. ausgeschlossenen Güter. Einige der berühmtesten Weingüter der Region von Castilla y León wie Mauro, Abadía Retuerta, Bodegas Leda … sind nämlich kein Teil von ihr. La Ribera del Duero ist aber Wein des Landes von Castilla y León. Besteht darin ein Problem? Abadía Retuerta kommentiert das so: “ In Abadía Retuerta könnten wir sagen, dass unsere Selbstregulierung viel strenger ist als die jeder Herkunftsbezeichnung. Obwohl es stimmt, dass der Beitritt in die "Ribera del Duero" zwar beantragt, aber nicht gewährt wurde, können wir heute sagen, dass diese Tatsache eines der Geheimnisse des Erfolgs von Abadía Retuerta ist. Jetzt wird es mit der Verwaltung, unserer eigenen Konfession, gemäß dem kürzlich verabschiedeten neuen Weingesetz, verarbeitet. "

Mauro ist einer der besten Rotweine Spaniens und wird von den besten Kritikern der Welt als solcher anerkannt.

In Frankreich verlassen täglich immer mehr Weinkellereien die D.O. und vermarkten ihre Weine unter dem Titel Vin de France. Eventuell ist es an der Zeit die antiquierten Herkunftsbezeichnungen zu überdenken. Denn auch in Katalonien verhält es sich mit der D.O ähnlich. Im Gegensatz zu anderen Gebieten etablierten sich hier in Bezug auf den Cavas zwei Klassifikationen: Clàssic Penedès und Cavas de Paraje.

Aber kommen wir zurück zur D.O. Es wäre sinnvoller, die Begriffe Moderne vs. Klassische Weine zu benutzen. Sind die einen denn schlechter als die anderen?

Das wäre so, als verglich man den Eintopf unserer Großmutter mit Sushi … Warum können wir nicht beide mögen? Hierbei handelt es sich um zwei komplett unterschiedliche und nicht vergleichbare Weinherstellungsverfahren …

Die modernen Weine brillieren mit einer höheren Intensität, sind vollmundig, kräftiger, enthalten mehr Alkohol und sind robuster. Sie reiften in neuen Holzfässern. So formuliert klingt es negativ. Das sollte so nicht stehenbleiben. Das Problem dieser Weine liegt darin, dass sie beim Genuss noch zu jung sind. Sie müssen vor dem Verzehr für zehn Jahre im Fass reifen, damit sie zu einem ausgeglichenen Wein werden und optimalen Trinkgenuss bieten. Sie werden einfach zu früh getrunken.

Den Klassikern hingegen wird mehr Aufmerksamkeit und mehr Genuss geschenkt. Sie sind über einen längeren Zeitraum in bereits genutzten Holzfässern gereift. Das Holz hinterlässt daher seine Note nicht auf dem Wein und er wirkt weicher. Außerdem bleiben die Weine in den Weinkellereien über einen längeren Zeitraum in Flaschen, bevor sie in den Handel gehen. Beispiele hierfür sind Viña Tondonia, La Rioja Alta, Vega Sicilia. Diese Weine haben einen kräftigen Rotton mit einer exzellenten Nuance und sie umschmeicheln den Gaumen.

Rioja vs. Ribera macht nicht wirklich Sinn. In beiden D.O. existieren sichere Werte, große essentielle Weine und kleine Weinkellereien, die ihnen frischen Wind verleihen. Jede bringt gut verarbeitete Weine mit einem eigenen Charakter hervor. Und sie sind für jedes Budget erschwinglich.

Trotzdem ist die Weinlandschaft Spaniens einem steten Wandel unterlegen. Kleine Zonen bergen dank einer neuen Generation von Winzern, die ganz Spanien bereist, studiert und im Berufsleben kennengelernt hat, ein unbeschreibliches und fantastisches Potential. Diese Generation ist durch den Willen bewegt, die Weinberge weiterzuentwickeln, autochthone Sorten und Qualitätsweine anzubauen, die es verdient haben, dass man sie kennt und vor allem genießt.

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