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Kann man sich Wein schönreden?

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"Muskateller? Nein, danke!", hörte ich mich bis vor kurzem noch Nase rümpfend sagen:  Dann lernte ich, Weine zu verkosten.  

Wo Sommeliers und Weinkritiker auf einen Expertenhaufen zusammenkommen, um die neusten Weintrends und Produkte zu verkosten, freuen wir uns oft schon auf deren Geschmacksver(w)irrungen. Bei Blindverkostungen wird Rotwein für Weißwein gehalten, oder Champagner mit Prosecco verwechselt. Und eine 5€-Flasche wird einer 100€ teuren Flasche vorgezogen. Aber eine Weinverkostung kann oft auch eine überaus praktische Nebenwirkung haben. 

Ein Beispiel: Bei einer Weinprobe hat man Ihnen einen bestimmten Wein genauestens erklärt. Woher er kommt, welche Trauben, wie er aussieht, riecht und schmeckt.Vor allem aber hat Ihnen dieser jemand gesagt, was so besonders an dem Tropfen ist. Sie waren mit allen Sinnen dabei und sind den Anweisungen des Sommelieres gefolgt. Der Wein hat Sie aus den Socken gehauen, woraufhin Sie gleich ein paar Flaschen mit nach Hause brachten. Zu Hause, als Sie den Wein Ihrem Partner oder Freunden zeigen wollten, provozierte der gute Tropfen allerdings nur mehr ein "Hm, ja, ganz okay". 

Mein Beispiel: Ich konnte Muskateller-Weine auf den Tod nicht ausstehen. Süß, viel zu stark im Geruch, aufdringlich. War nichts für mich. Aber zu Allerheiligen befand ich mich gerade in Spanien. Und hier isst man Kastanien, Süßkartoffeln und trinkt dazu einen gelben Muskateller. Da ich bereits wusste, dass mir das gelbe Zeug nicht schmecken würde, begann ich einfach den Wein zu beobachten und zu riechen. Ich versuchte zu erkennen, woran mich diese Aromen erinnern. Schließlich nahm ich doch einen Schluck und spülte den Wein ein paar Sekunden durch meinen Mund. Während ich mir die Aromen und Nuancen wie ein Gebet vorsagte - "Honig, sanfte Kräuter, leicht holzig", wobei "Honig" immer wieder kam - stellten sich meine Geschmacksknospen auf die Süße ein. "Wieder Honig, seidige und dichte Textur, Thymian, weiche Tannine" - Ich war ganz verliebt, bin es immer noch. Auf die Frage, "Kann man sich Wein schön reden?" antworte ich mit einem ganz klar beschwipsten "Ja!"

Sie sollten jetzt aber nicht alle Weine durchprobieren, die Ihnen nicht schmecken. Nutzen Sie die Erkenntnis zu Ihren Gunsten. Wenn Sie das nächste Mal einen Wein zu einem Essen mitbringen, machen Sie sich vorher die Mühe über ihn Bescheid zu wissen. Erklären Sie Ihren Freunden, was an dem Wein so Besonders ist. Sie werden ganz schön Eindruck schinden und Ihre Freunde werden den mitgebrachten Tropfen schlicht lieben. Außerdem wird sich die Übung wie ein Sommelier-Heimtraining mit der Zeit positiv auf Ihren Gaumen auswirken. 

Im Anschluss finden Sie einige besondere Weine zum Schönreden und für den puren Genuss. 

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Graham's The Tawny: Nachdem der Portwein 7-9 Jahre in Eichenfässern gealtert ist, erhält er seinen einzigartigen Geschmack. 

 

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Floralis Moscatel D'Oro 50cl: Ein Weißwein, der von Uvinum-Nutzern mit 4 von 5 Punkten bewertet wurde.

 

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Tío Pepe: »Die in der Flasche abgefüllte Sonne Andalusiens«. Der Genuss wurde auch von renommierten Weinkritikern nicht übersehen: 94 Punkte, sowohl vom Weinführer Guía Peñín, als auch von Falstaff.

 

Foto: markus spiske

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